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Newsletter – Nr 7

Inhalt  Editorial  Rückreflexe  Laserstrahlschneiden II  Wärmeverzug  F-Theta-Optik  Laserlicht mit Keramiken 

Vermeidbare Fehler oder Optimierungspotential
Fortsetzung von Teil 1, Ausgabe 5

3. Der Schneidgasdruck ist zu hoch oder zu niedrig

Dies bedeutet entweder Gratbildung oder hohe Gaskosten. Beides ist nicht gewollt. Der Düsen- Innendurchmesser sollte so klein wie möglich gewählt werden, der Düsen-Außendurchmesser dagegen so groß wie möglich. Die Düsengeometrie muss auf die Linsenkennwerte (Brennweite, Freie Öffnung, etc.) und die Geometrie des Laserstrahles abgestimmt sein. Der Schneidgasdruck bestimmt die Gratbildung der geschnittenen Bauteile. Auch die Ausbildung der Riefen und die Rauheit wird über den Gasdruck stark beeinflusst.


4. Das Schneidgas ist zu sauber oder zu verunreinigt

Sehr reines Gas ist sehr teuer. Ist das Schneidgas aber zu verunreinigt, so könnten Sie Ihr blaues Wunder erleben! Als Beispiel sei hier an Effekte beim Sublimierschneiden mit Inertgas erinnert: Einige CrNi- Legierungen zeigen Mikrorisse im Bereich der Schnittfugen bzw. an den Schnittflächen erst Tage oder Wochen nach dem Schneiden. Oberflächen- Korrosion bei Verwendung von Stickstoff mit niederer Reinheit ist die Ursache.


5. Unbekannte oder nicht vorhandene Spülluft in der Strahlführung

Viele dampfförmige Substanzen im Strahlengang beeinflussen die infrarote Strahlung des Lasers durch ihre Absorptionswirkung bei 10,6 µm. Fehlende Spülluft kann dann auch zu Verschmutzung der Optiken und somit zu Strahlbeeinflussung führen. Manche sauber erscheinende Linse, die offensichtlich nicht mehr schneidet, weist bei näherer Inspektion eine „unsichtbare“ – aber leider die Laserstrahlung absorbierende – Lage von Verunreinigungen (z.B. durch Öldämpfe) auf.




Fokus mit gereinigtem Umlenkspiegel

Direkt im Fokus gemessen, lässt sich die Verschmutzung einer Optik deutlich erkennen. Verständlich, dass sich bei dieser unregelmäßigen Intensitätsverteilung im Fokus richtungsabhängig unterschiedliche Schnittqualitäten ergeben und auch die Prozessgeschwindigkeit geringer wird. Noch gravierender können die Einflüsse von absorbierenden Fremdgasen im Strahlengang sein.

Gasförmige CO2-Verbindungen, Halogene, Dämpfe von Plexiglas-Einbränden, Reinigungsmittel oder sonstige Kohlenstoffverbindungen führen zu vervielfachten Strahldurchmessern. In jedem Fall wären Ihre Optiken zu klein, um einen derart aufgeweiteten Laserstrahl korrekt zu fokussieren. Sicher, manches Mal erledigen sich Probleme z.B. durch Fensteröffnen von selbst; aber vertrauen Sie nicht darauf!




Fokus mit verschmutztem Umlenkspiegel


6. Die Polarisation ist linear oder zirkular

„Von Polarisation hat mir niemand etwas erzählt“. Muss der Lieferant der Laseranlage ja auch nicht, sofern er die Laseroptik und den Strahlweg für Ihre Anwendung optimiert hat, Sie mit dem Kundendienst zufrieden sind und hochwertige II-VI-Optiken in Ihrem System installiert wurden.

Führen Sie aber Reinigung oder Optiktausch selbst durch, so kommen Sie nicht am Thema Polarisation vorbei. 2-D- und 3-D-Schneidanwendungen im Metallbereich sollten Sie generell mit zirkular polarisierter Laserstrahlung durchführen. Achtung, das müssen Sie sogar bei einigen Nichtmetallen beachten.




Reflexion linear polarisierter Strahlung S und P

Aus gutem Grund werden Sie an Ihrem Laserbearbeitungssystem also keine „Einstellmöglichkeit für die Polarisation“ finden. Ein fehlerhafter Austausch von Optiken, falsche Reinigung oder die Verwendung minderer Optikqualitäten kann Ihnen die Freude an Ihrer Laserstrahl-Schneidanlage jedoch verderben und als Ursache liegt dann unter Umständen genau in diesen Polarisationseigenschaften, die leider für das menschliche Auge unsichtbar sind. Besprechen Sie mit II-VI den Bedarf an polarisationserhaltenden oder polarisationsverändernden Optiken.

Erfolgreiche Laserstrahl-Materialbearbeitung wünscht Ihnen:

Ihr Ansprechpartner:
Klaus Hänsel (Tel.: 06151-8806-42, E-mail: haensel@ii-vi.de)

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